Neues Forschungsprojekt zum Thema „Datendurchgängigkeit im Produktlebenszyklus von Kunststoffprodukten“

Lichtwiese

15.10.2020

Neues Forschungsprojekt zum Thema „Datendurchgängigkeit im Produktlebenszyklus von Kunststoffprodukten“

Plastikdeckel, Foto: Pexels P.Tankilevitch – © Foto: Pexels P.Tankilevitch
Plastikdeckel, Foto: Pexels P.Tankilevitch

Die Hälfte der deutschlandweit anfallenden Kunststoffabfälle wird derzeit energetisch verwertet, d.h. verbrannt. Damit stehen die wertvollen Kunststoffmaterialien einer ressourceneffizienten stofflichen Verwertung im Sinne der Kreislaufwirtschaft nicht mehr zur Verfügung. Die geringe Recyclingquote lässt sich in erster Linie mit der fehlenden Weitergabe von Informationen zwischen den unterschiedlichen Produktlebensphasen begründen. Unter Beteiligung des Fachgebiet SuR sollen im neuen Forschungsprojekt ReCircE (Digital Lifecycle Record for the Circular Economy) deshalb sowohl eine cloudbasierte Lebenszyklusakte als auch ein Ressourceneffizienz-Tool, entwickelt werden.

Die Weitergabe von Informationen entlang des Lebenszyklus ist für die Implementierung einer Kreislaufwirtschaft entscheidend. So benötigt ein recyclingfähiges Produktdesign Informationen zu den verfügbaren Recyclingverfahren, während die Weiterentwicklung von Recyclingverfahren eine Kenntnis der anfallenden Stoffströme voraussetzt. Im Projekt ReCircE soll deshalb eine digitale und cloudbasierte „Lebenszyklusakte“ zu Kunststoffprodukten entwickelt werden, die Produktinformationen über den gesamten Lebenszyklus darstellt und zwischen Produzenten und Entsorgern teilt. Zudem kombiniert ein KI-System die Daten der Lebenszyklusakte mit den Sensordaten einer hocheffizienten Sortieranlage und verbessert so die Präzision und Effizienz des Sortiervorgangs. Dadurch sind geringere Ausschussmengen und höhere Produktqualitäten zu erwarten. Darüber hinaus wird ein Ressourceneffizienz-Tool entwickelt, das Varianten von Produktgestaltung, Wertschöpfungsketten und Recyclingverfahren miteinander vergleicht und unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten optimiert.

Das dreijährige Verbundprojekt startet am 01.10.2020 und wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert. Die Koordination übernimmt die Firma GreenDelta. Die wissenschaftlichen Partner sind das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), die Fraunhofer-Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie (IWKS), sowie das Fachgebiet SuR. Darüber hinaus ist der Kunststoffrecycling-Betrieb Papier-Mettler als assoziierter Partner beteiligt. Das Fachgebiet SuR übernimmt die Leitung für das Arbeitspaket „Bewertung von Stoffkreisläufen“, in welchem unter anderem das Ressourceneffizienz-Tool entwickelt wird.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Ansprechpartnerin: Carina Geyer, M.Sc.

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