Indikatoren für die Ressourceneffizienz in städtischen Quartieren

Prof. Liselotte Schebek and Prof. Thomas Lützkendorf veröffentlichen einen Methodikrahmen für die strukturierte und praktische Anwendung von Indikatoren in der städtischen Planung.

13.07.2022

Bei der Planung und Entwicklung von städtischen Quartieren müssen zum einen sich ändernde Rahmenbedingungen, wie z.B. eine alternde Gesellschaft, sich ändernde industrielle Strukturen oder auch kurzfristige Entwicklungen, wie der plötzliche Anstieg von Homeoffice durch die COVID-19 Pandemie berücksichtigt werden, zudem muss auf lokale Folgen des Klimawandels und der Ressourcenknappheit reagiert und ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Diese kontinuierliche Anpassungsanforderung stellt eine Herausforderung an Städte, eröffnet aber gleichzeitig auch die Chance, im Sinne einer nachhaltigen städtischen Entwicklung die Ressourceneffizienz von Städten auf lange Sicht zu verbessern.

In Planungs- und Entwicklungsprozessen werden Bewertungsmethoden genutzt, um aus einer Vielzahl von Handlungsmöglichkeiten die vorteilhafteste Alternative zu identifizieren. Indikatoren dienen hierbei dazu, den Vorteil einer Alternative quantitativ zu beschreiben und sind heute insbesondere im Bereich der Nachhaltigkeit das einflussreichste Politikgestaltungsinstrument. Die Vielfalt von Indikatoren(systemen) in der Nachhaltigkeitsbewertung im Allgemeinen und spezifisch im Feld der Städteplanung macht es aktuell in der Praxis jedoch schwierig, eine zielgerichtete Auswahl und Anwendung zur Entscheidungsunterstützung vorzunehmen.

Im Rahmen der Fördermaßnahme Ressourceneffiziente Stadtquartiere für die Zukunft – RES:Z des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) wurde deshalb eine Handreichung erarbeitet (siehe auch Artikel Indikatoren für eine nachhaltige Quartiersentwicklung). Ihr Kernstück ist ein Methodenrahmen für die Nutzung von Indikatoren in der Städteplanung auf Stadtteil- oder Quartiersebene. In ihrer Publikation Assessing Resource Efficiency of City Neighbourhoods: A Methodological Framework for Structuring and Practical Application of Indicators in Urban Planning im Journal Sustainability analysieren die Autoren Liselotte Schebek und Thomas Lützkendorf nun die theoretischen Grundlagen zur Entwicklung eines solchen Methodenrahmens auf Basis eines Literaturüberblicks, präsentieren einen konzeptionellen Umriss des Methodenrahmens und diskutieren seine Anwendung sowie Potenziale für seine Weiterentwicklung. Ziel ist es, die Transparenz und Vergleichbarkeit bei der Nutzung von Indikatoren in der Städteplanung zu verbessern und somit langfristig die Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsbewertung mit Fokus auf Ressourceneffizienz als festen Bestandteil der Städteplanung zu fördern.

Die Open-Access Veröffentlichung kann hier heruntergeladen werden.

Ansprechperson: Prof. Dr. rer. nat. Liselotte Schebek