AVLEE Projektbeschreibung

AVLEE – Weitergehende Entfernung von Spurenstoffen, Mikroplastik und antibiotikarestente Keime auf der Kläranlage des Abwasserverbandes Langen/ Egelsbach/ Erzhausen unter Berücksichtigung einer weitergehende P-Elimination im Rahmen einer großtechnischen Versuchsanlage

Ansprechpartner Prof. Dr. Susanne Lackner
Thomas Fundneider, M.Sc.
Projektleiter Prof. Dr. Susanne Lackner
Förderung/Auftraggeber Abwasserverband Langen, Egelsbach, Erzhausen
Partner Unger Ingenieure, Ingenieursgesellschaft mbH
Laufzeit 14.10.2015 – 30.04.2017 (inkl. Verlängerung bis 31.07.2018)
18 Monate
Projektbeschreibung Mit der stetigen Entwicklung und Verbesserung der chemischen Analyseverfahren können erheblich mehr Substanzen bis in den Mikro- und Nanogrammbereich, sogenannte Spurenstoffe, in der aquatischen Umwelt nachgewiesen werden, als noch vor einigen Jahren. Aktuell ist das humantoxikologische Potential der Spurenstoffe, die über menschliche Ausscheidungen in den Wasserkreislauf eingetragen werden, noch nicht abschließend geklärt. Sie stellen in erster Linie ein Problem für die aquatischen Ökosysteme sowie die Biodiversität dar. Im Hinblick auf den Gesundheitsschutz, trotz des nicht nachgewiesenen Gesundheitsrisikos durch Spurenstoffe, ist nach dem Vorsorgeprinzip zu handeln.
Im Zeitraum von Juni 2011 bis August 2012 erfolgten im Abwasserverband Langen, Egelsbach, Erzhausen Untersuchungen zur weitergehenden Entfernung von Spurenstoffen aus behandelten Abwasser im halbtechnischen Maßstab. Der Fokus der Fortsetzung des Forschungsvorhabens liegt auf der Durchführung von Versuchen im großtechnischen und halbtechnischen Maßstab zur Validierung der Ergebnisse. Mitte des Jahres 2016 erfolgte der symbolische Spatenstich für das Pilotprojekt. Auf einer Fläche von rund 220 Quadratmetern wird ab Anfang dieses Jahrs ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt der Trinkwasserqualität im hessischen Ried gelegt. Ziel des Projektes ist die Entfernung von anthropogenen Spurenstoffen im großtechnischen Maßstab, unter Berücksichtigung weiterer (zukünftig) relevanter Parameter wie antibiotikaresistente Keime, Mikroplastik und Phosphat. Der Kläranlagenablauf wird zunächst mittels Fällung und Flockung vorbehandelt. Anschließend erfolgt die weitergehende Abtrennung der partikulären Verbindungen, insbesondere partikulärem Phosphor mit Hilfe eines Polstofffilters sowie einer Membrananlage. Im Anschluss an die parallel betriebenen Filtrationsverfahren werden Spurenstoffe aus dem nahezu feststofffreien Ablauf mit in Serie geschalteten Aktivkohlefiltern entfernt. In sieben halbtechnischen Aktivkohlefiltersäulen werden parallel zur großtechnischen Versuchsanlage verschiedene Aktivkohlen (Hydraffin AR und Hydraffin CC von DonauCarbon) unter realen Bedingungen getestet. Neben den erzielbaren Eliminationsgraden der im Fokus stehenden Parameter, werden Betriebsmittelverbräuche, Betriebskenndaten und Betriebsverhalten der Verfahrenskombination ermittelt.
Publikationen
  • Fundneider T. und Lackner S. (2017). Weitergehende Abwasserbehandlung – Pilotprojekt des Abwasserverbands Langen/Egelsbach/Erzhausen – „4. Reinigungsstufe – Erste Ergebnisse“. In: Gemeinsame Jahrestagung in Frankenthal (Pfalz) Wasserwirtschaft – Fit für die Zukunft -!?, Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V., Frankenthal (Pfalz).
  • Fundneider T., Herrling M. P., Kahl E. P. und Lackner S. (2017). Identifying technical synergy effects for organic micro-pollutant removal. In: IWA 10th Micropol & Ecohazard Conference IWA, Wien, Austria.
  • Cornel P., Schaum C. und Fundneider T. (2016). Phosphorfällung und 4. Reinigungsstufe. In: Informationsveranstaltung zur Umsetzung des WRRL-Maßnahmenprogramms 2015 – 2021 an Hessischen Kläranlagen, Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Justus-Liebig-Universität Gießen.
  • Cornel P., Schaum C. und Fundneider T. (2016). Filtration des Kläranlagenablaufs: Verfahrensschritt einer zukünftigen Abwasserbehandlung. In: Umsetzung des WRRL-Maßnahmenprogramms 2015 – 2021: Weitergehende Phosphorelimination an Hessischen Kläranlagen, Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Regierungspräsidium Darmstadt
Link Homepage www.abwasserlee.de